Gedankencappuchino

Frühlingsputz mal ganz anders

Keine Sorge, es geht hier nicht ums putzen. Jedenfalls nicht im üblichen Sinn. Es ist ja toll, wenn die Wohnung wieder blitzt und blinkt und wieder Platz da ist. Aber im Grunde vergessen viele bei diesem Frühlingsritual das Wichtigste. Sich selbst.

Es ist mir immer wieder aufgefallen aber ich habe nie mehr als ein paar Gedanken daran verschwendet. Ich habe es schon mal praktiziert und es dann wieder vergessen. Wenn es jemandem schlecht geht, ist irgendwie immer jemand anders schuld oder etwas oder …manche zerfleischen sich selbst. Nein ich will heute keinem von euch auf die Füße treten aber wenn ihr Lust auf eine echt krasse Lösung vieler Probleme, dann lasst euch mal drauf ein.

Übrigens muss/sollte sich keiner von diesen Beispielen angesprochen fühlen. Manche sind frei erfunden, manche habe ich ganz persönlich erlebt, manche habe ich durch Bekannte).

„Boa, ich habe nie Zeit für mich, Haushalt, Arbeit und der ganze Kram, da komme ich doch nie zu was.“

„Ne echt, meine Freundin hört mir nie zu und redet nur von sich.“

„Also, ich habe so viele Aufgaben auf der Arbeit, ich bin total gestresst.“

Ja, es gibt Dinge, die man tun oder erledigen muss. Da kommen wir alle nicht drum herum. Das ist Fakt. Geht mir auch so. ABER – manchmal sind wir es selbst. Oder besser gesagt, manchmal sehen wir die Chance nicht, die die aktuelle blöde Situation mitbringt. In solchen Begebenheiten finden sich nämlich ganz oft Möglichkeiten selber etwas zu lernen oder neu anzuschauen. Das klingt jetzt etwas esoterisch und abgehoben aber gebt mir noch einen Moment.

Wenn ich eine Freundin habe, die immer nur über sich redet und nie zuhört. Dann kann ich diese Person aus meinem Leben werfen (manchmal ist das die beste Lösung) oder ich kann mich fragen, warum diese Freundin überhaupt in meinem Leben ist und was ich davon lernen kann. Es kann ja auch sein, dass die Freundin gar nicht weiß, dass ich auch mal über mich reden möchte und ständig über sich redet, damit jemand etwas sagt. Wenn ich nicht deutlich sage, was ich möchte, kann mein Gegenüber es nicht wissen. und bitte schließt nicht von euch auf andere. Nur weil ihr etwas für logisch und selbstverständlich haltet, müssen die anderen das nicht auch tun!

Wenn ich mich stundenlang damit beschäftige, warum ich meinen Blog nicht rechtzeitig schaffe – und dabei auf dem Sofa sitze und eine Serie läuft. Dann kann ich mich fragen, ob ich ganz vielleicht gar nicht klar habe, was ich will. Auf dem Sofa sitzen? Nichts tun? Blog schreiben. Wenn ich dann eine Entscheidung treffe, dann handele ich wieder und sitze nicht mehr rum. (oder ich genieße das rumsitze, ohne schlechtes Gewissen).

Wenn ich mich ärgere, dass mein Partner nicht von selbst sieht, dass der Müll voll ist und raus gebracht werden muss. Was will ich dann? Dass der Müll raus kommt? Dann mache ich es selbst. Will ich, dass mein Partner mich entlastet? Dann muss ich sagen, was mich entlastet. (Der versucht vielleicht gerade mich aufs Sofa zu locken, damit ich mal entspanne). Will ich, dass mir meine Wünsche von den Augen abgelesen werden (das muss der doch auch mal sehen). Tja, Fragen über Fragen.

Aber wenn wir uns diese Fragen stellen, dann verändern wir die Blickrichtung. Ich habe die Chance zu erkennen, was ich aus der Sache mitnehmen kann. Das sind oft ganz einfache Dinge. Ich drücke mich klarer aus, ich übernehme mehr Verantwortung für mein Handeln, statt es von anderen zu erwarten, ich bin weniger gestresst und vieles mehr. Verrückter Weise erledigt sich die Situation dann oft von alleine.

Dieses Prinzip löst natürlich nicht alles und es verändert auch nicht die Welt. Aber es macht zwei Dinge möglich. Wir werden gelassener, wir haben weniger Stress, wir haben mehr Energie für schöne Dinge und wir konzentrieren uns mehr auf uns selbst. Was gut ist, denn das machen wir viel zu selten. Aber Vorsicht. Sucht nicht die Schuld für alles nun bei euch. Darum geht es nicht. Es macht auch nicht PUFF und euer Leben ist stressfrei. Ich bin ja keine Fee mit der perfekten Lösung. ABER, es gibt die Chance sich mit etwas positiven (was habe ich davon, was kann ich üben und mich damit zufriedener mit mir selbst machen) zu beschäftigen und schon ist alles nur noch halb so wild.

Weiß jetzt noch irgendwer von euch wovon ich hier gerade schreibe? Es hatte doch was mit putzen zu tun, oder mit Frühling. JA! Putzt euer Leben, nicht nur eure Wohnung. Stellt euch Fragen und schaut euch mal ganz ehrlich an, warum manche Dinge bei euch so mies laufen und was ihr davon habt. Dann handelt und konzentriert euch wieder auf schöne Dinge.

Ja was denn bloß für Fragen?

Was habe ich davon, dass…..?
Was bringt es mir, dass…?
Was muss ich nicht machen, wenn….?
Welche Entschuldigung liefert mir das?

Denkt immer dran, ihr könnt die Fragen ehrlich beantworten. Ihr müsst nämlich keinen davon erzählen. Keiner soll sie beurteilen. Niemand außer euch kann die Antworten geben. Also viel Spaß und ich wünsche euch eine Menge Frühling.

Liebe Grüße Deine Oda

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