Gedankencappuchino

Es ist wie es ist

Im Laufe des letzten Jahres bin ich diesem Satz sehr oft begegnet und habe mich damit auseinander gesetzt. Jetzt ist für mich der Zeitpunkt gekommen meine Gedanken mit euch zu teilen.

Täglich begegnen wir Situationen und Begebenheiten, die uns ärgern, unzufrieden machen oder stören. Wenn nicht wir selber, dann geht es Menschen in unserem Umfeld so. Dadurch entstehen sehr viele negative Gedanken und Gefühle, die uns noch unzufriedener machen.

Für die Menschen ist genau das ein sehr wichtiges Verhaltensmerkmal. Nur wenn wir mit einer Situation unzufrieden sind versuchen wir sie zu ändern. Durch dieses Verhalten haben wir gelernt das Feuer zu nutzen, Maschinen zu erfinden und Krankheiten zu bekämpfen.

Auf der anderen Seite führt es dazu, dass wir nie ganz zufrieden sind. Immer begleitet uns ein negatives Gefühl von :“ Das ist nicht gut so“. Da niemals ALLES vollkommen perfekt sein wird, haben wir niemals das Ziel erreicht. Und wenn doch mal ein Moment kommt, wo wir etwas erreicht haben, dann ist es uns nicht genug. „Das ist ja toll, ABER…“.

Es wirkt also so, als könnten wir niemals wirklich ganz und gar glücklich sein, denn das Streben nach besseren Momenten, Dingen, Begebenheiten ist ein unveränderlicher Teil von uns.

Dazu sage ich NEIN. Ein guter Moment ist nämlich mindestens genauso viel wert, wie ein schlechter. Er ist genauso wichtig. Wir haben also die Chance auszusteigen aus dem ständigen Streben nach ständiger positiver Perfektion. Vor allem, da „Perfekt“ genauso wie Geschmeckt immer persönlich gefärbt ist. Meine perfekten Momente müssen nicht deine perfekten Momente sein.

Zusätzlich haben wir die Möglichkeit hinzuschauen, ob sich unsere unzufriedenheit lohnt. Das beste Beispiel ist das Wetter. IMMER jammert irgendwer über das Wetter. Fakt ist aber – wir können es nicht ändern. Die Sonne scheint und es ist heiß? Es ist wie es ist. Ich stehe in einem Stau und komme zu spät? Es ist wie es ist. Ich habe etwas vergessen und muss es nachholen? Es ist wie es ist.

Wenn wir uns also die Frage stellen, ob wir die Situation, die Person oder die Naturerscheinung ändern können und wir bekommen ein NEIN – dann ist es wie es ist. Es lohnt sich nicht deswegen zu leiden, sich auftzuregen, zu jammern und zu klagen. Es ist wie es ist.

Gleichzeitig erhalten wir genau jetzt die Chance effektiv zu handeln. Denn nun, wo wir wissen, dass wir nichts verändern können (jetzt in diesem Moment) kann ich mir überlegen wie ich damit umgehe. Ich selbst habe also die Macht über meine Entscheidung.

Dazu mal zwei Beispiele. Wenn es regnet und ich klar habe, dass jammern nichts daran ändert (es ist wie es ist), kann ich mich entscheiden Gummistiefel und Regenjacke anzuziehen und meinen Ausflug trotzdem zu machen. Oder ich entscheide mich dann eben auf dem Sofa liegen zu bleiben und den Kaffee doppelt zu genießen.

Wenn ich einen Menschen in meinem Leben habe, der mit weh tut, dann kann ich noch so sehr versuchen diesen zu ändern oder mich anzupassen. Dieser Mensch wird vielleicht trotzdem weiter machen. (Es ist wie es ist). Dann kann ich mir darüber klar werden, dass es trotzdem immer Momente und Dinge in meinem Leben gibt, auf die dieser Mensch keinen Einfluss hat. Mir bleiben also Glück, Zufriedenheit und Spaß. (Es ist wie es ist).

Es ist wie es ist – dieser Blickwinkel schenkt uns also die Möglichkeit selber zu entscheiden wie wir uns verhalten wollen, wie viel Einfluss wir anderen über uns erlauben und vor allem – es erlaubt uns glückliche Momente als genau das zu nehmen was sie sind. Wertvolle Lebenszeit.

Und darum gehe ich jetzt gleich mit einer Tasse Kaffee auf meine Terrasse und genieße meinen ganz persönlichen Moment des Glücks. Denn auch hier heißt es: Es ist wie es ist.

Liebe Grüße Deine Oda

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.