Gedankencappuchino

Trauer und Abschied

Ihr habt einige Zeit nichts von mir gehört. Das liegt daran, dass ich im Moment emotional sehr damit kämpfe, dass meine Mutter gestorben ist. Das hat mich nicht unvorbereitet getroffen. Sie war schon länger und immer wieder krank. Mein Kopf hatte das alles auch verstanden, aber mein Bauch, meine Gefühle reagierten ganz anders als ich es geplant hatte.

Ich habe sehr lange überlegt, ob ich dieses Thema hier im Internet ansprechen soll. Viele Stimmen in mir sagten dazu :“Nein.“ Das will keiner lesen, das macht traurig, die anderen könnten denken, dass ich….! Wisst ihr was? Es ist mir egal. Ich habe mich entschlossen es trotzdem zu tun. Um selber zu verarbeiten, um wieder die Kraft zu finden mit anderen außer meiner Familie zu kommunizieren, um weiter an genau den Dingen festzuhalten, die mir gut tun.

Jeder Mensch trauert auf seine eigene Art und Weise. Diesen Satz solltet ihr euch gut merken. Jede Art ist richtig und absolut okay. Es gibt kein Rezept um den Tod einer geliebten Person schnell zu verwinden. Jeder von uns durchläuft die unterschiedlichen Stunden des Trauerprozesses. Aber wie, das ist völlig individuell. Viel weinen, gar nicht weinen, über die Person sprechen, schweigen, schöne Erinnerungen teilen oder für sich behalten. Alles ist genau richtig, wenn dir hilft den Verlust zu verarbeiten.

Ich weine sehr viel. Möchte mich verkriechen und alleine sein. Es fällt mir schwer zu reden. Dann kommt immer mal wieder der Moment, indem ich denke, dass ich das Schlimmste hinter mir habe…und ich traue mich aus meinem Schneckenhaus. Und dann weine ich wieder.

Aber Stück für Stück, in ganz kleinen Schritten komme ich voran. Ich atme wieder öfter tief ein und aus. Hebe den Kopf und schaue mich um. Ich teile den Menschen, die mich im Moment begleiten mit was mir gerade hilft und was nicht. Ich lasse den umherstreunenden Kater, der mich seit dem besucht, doch in die Wohnung.

Was hilft mir? Meine Familie, denn da teile ich alles und bin ganz ich selbst. Zeit. Meine Freunde, die einfach da sind und mich dort abholen wo ich gerade stehe. Rausgehen und dadurch in Bewegung kommen. Schöne Erinnerungen die ich teile. Mein Fernseher, der mich ablenkt. Mein Blog, der mir hilft zu teilen und zu verarbeiten.

Meine Mutter hier zu beschreiben würde ernsthaft den Rahmen sprengen. Sie ist so viel mehr als ein paar Beschreibungen. Sie hat es geschafft tatsächlich Spuren auf dieser Welt zu hinterlassen. Ich werde sie vermissen. Aber sie hat mir beigebracht: „Irgendwie geht es immer weiter“.

Bis dahin erlaube ich mir traurig zu sein, glücklich zu sein, zu lachen, zu weinen, mich zu erinnern, zu vergessen und alles was sonst noch so kommt.

Danke, dass ihr diese Zeit mit mir teilt, bitte verzichtet auf Beileidsbekundungen. Die mag ich nicht und darum geht es hier auch nicht. Wenn ihr mir aber mitteilen wollt, was euch geholfen hat oder jetzt gerade hilft, dann freue ich mich darüber.

Und wenn ihr trauert und Abschied nehmen müsst, haltet euch an dem Gedanken fest, dass es trotzdem irgendwie weiter gehen wird.

Liebe Grüße Eure Oda

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