Gedankencappuchino

Wertschätzung

29. April 2019

Ein herzliches Hallo an alle kreativen Denker.

Mir geht da schon länger etwas durch den Kopf. Im Grunde finde ich es eher nervig, wenn bestehenden Worten eine negative Bedeutung beigemessen wird. Nehmen wir mal das Jägerschnitzel. Das heißt schon ewig so. Einfach weil wir Menschen faul sind und nicht sagen Schnitzel nach Jägerart. Aber muss jetzt der Begriff Jägerschnitzel abgeschafft werden? Fühlen sich die Jäger nun diskriminiert? Wie gesagt, normalerweise mag ich solche unnötigen Probleme nicht aber mir ist ein Wort aufgefallen, da kann ich mich nicht an mein üblichen Motto halten (mach kein Problem, wo keins ist).

WERTSCHÄTZUNG. Wofür stand dieses Wort zuerst? Für die Einschätzung des Werts? Oder für die Anerkennung, dass jemand etwas wert ist? Ich denke zuerst war es die Einschätzung vom Wert und darum mag ich es auch nicht, wenn jemand mich wertschätzt. (Gut gemeint ist scheiße gemacht – sag ein ehemaliger Freund von mir immer). Mein Kopf weiß durchaus, dass mein Gegenüber mir zeigen will, dass er/sie etwas an oder wegen mir gut findet. Mein Bauchgefühl sagt mir aber:“Danke ich verzichte darauf, dass mein Wert eingeschätzt wird und ich das auch noch toll finden soll.“

Wenn ich jemanden sage: “ Du bist mir viel wert.“ Dann muss ich auch sagen können wieviel. Aber das passt nicht zu dem, was ich für andere Menschen empfinde. Die müssen doch nichts leisten, damit sie mir etwas bedeuten. Und was ist eigentlich, wenn ich die entsprechende Leistung, die zu der Wertschätzung geführt hat nicht dauerhaft erbringe? Bin ich dann nichts mehr wert? Weniger wert? Verdiene ich dann Anerkennung, Respekt, Zuwendung nicht mehr? Bin ich dann eine schlechtere Arbeitskraft, Freundin, Ehefrau….?

Ich werde dieses Wort in Zukunft vermeiden. Ich finde es gut anderen Respekt entgegen zu bringen, Liebe, Dankbarkeit, Solle ich jemanden gar nicht mögen oder sogar hassen…dann ist das auch in Ordnung aber über seinen/ihren Wert – habe ich nicht zu bestimmen.

Ich bin sehr gespannt, ob irgendjemand meinen Gedanken folgen konnte. Auf jeden Fall weiß ich, dass es andere Menschen gibt, die ähnliche Gedanken haben und das hat mich zusätzlich angespornt.

  1. Geil. Danke für diesen Beitrag. Also ich könnte deinen Gedanken sehr gut folgen. Ich liebe Wortspiele, kreiere gerne Wörter und philosophiere auch gerne über vorhandene Worte.
    Doch über Wertschätzung als Wort an sich, hatte ich so genau noch nie betrachtet. Und finde du hast absolut recht!!!
    Ein anerkennendes, liebevolles Miteinander ist wahrlich das wichtigste! Ich will auch nicht, dass jemand meinen Wert schätzt im Sinne von bewerten, doch find ich es schon schön, wenn mein Gegenüber meinen persönlichen Wert schätzen kann im Sinne von eine Vorstellung davon zu haben. Und das wiederum kommt nur dadurch zustande, wie gut Mensch sich präsentiert – seinen Wert „verkauft“.
    Und beim darüber philosophieren über dieses Wort, fällt mir nun auf, dass Mensch vielleicht weg vom materiellen Werte-(Kleidung, Gefährt, Schmuck, etc.) Denken hin zum immateriellen(Freundlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Intuitive Handlungsfähigkeit, etc.), Dann wär die Welt ein friedlicher Ort. Menschen würden nicht mehr aus Gier handeln, sondern aus intrinsischen Motiven. 🤔🤔🤔
    Verstehst du mich? Was denkst du/ihr darüber?
    Liebe Grüsse
    Natalie

    1. Hallo Natalie
      Du verfolgst da einen sehr interessanten Ansatz verfolgst du da. Im Grunde zählen die inneren Werte, unsere charakterlichen Stärken ja nicht ganz so viel. Zumindest kommt man SCHEINBAR mit negativeren Eigenschaften weiter. Eben weil man dann reicher wird, weniger arbeiten muss usw. Gier und Machtstreben ist aber definitiv ein Teil von uns. Diese Dinge haben auch positivere Wörter. Verantwortungsbewusst und ehrgeizig. Also keine schlechten Eigenschaften. Oder doch? Ich entschuldige mich übrigens für die späte Antwort. Ich war die Tage beschäftigt. LG Oda

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